Paartherapie – Paarcoaching – Eheberatung

Auf dieser Seite finden Sie viele weitere Informationen, u.a. Gedanken zu den Vorzügen der Paartherapie, meine therapeutische Grundhaltung und Ideen zu der Frage: Was ist, wenn mein Partner nicht mitmachen möchte?

Die Texte sind allerdings relativ lang und teilweise auch recht kompakt und abstrakt geschrieben. Lesen Sie hier also am besten nur weiter, wenn Sie gerade genug Zeit dafür und Lust zum Nachdenken haben.

Im Folgenden spreche ich der Einfachheit halber meistens ausschließlich von Paartherapie und Paartherapeut. Das Gesagte gilt aber für Paarberatung, Paarcoaching, Paarbegleitung, Eheberatung (und auch Mediation) in gleicher Weise. Außerdem gilt es für Paare jeder Art: Ehepaare, Lebenspartner, Geschwisterpaare, Geschäftspartner usw.

Inhaltsverzeichnis dieser Seite

Die Texte sind allerdings eher lang und teilweise auch recht kompakt und abstrakt geschrieben. Lesen Sie also lieber nur weiter, wenn Sie gerade genug Zeit dafür und Lust zum Nachdenken haben.

Königsweg Paartherapie

Eine Paartherapie bietet gegenüber einer Einzel-Therapie oder einem Einzel-Coaching bedeutsame Vorteile, die sie oftmals wirksamer, effizienter und nachhaltiger sein lässt:

  • Der Therapeut lernt beide Partner selbst kennen. In der Einzeltherapie würde er dagegen den fehlenden Partner nur indirekt quasi durch die Augen des anwesenden Partners erleben. Er würde dabei dessen „blinde Flecken“ im Bezug auf den Partner (zumindest teilweise) mit übernehmen, was schnell zu Fehleinschätzungen der Gesamtsituation und so auch zu kontraproduktiven Lösungsansätzen führen könnte.
  • Da sich Paare, wenn sie über ihre bis dahin ungelösten Probleme sprechen, meist gegenseitig falsch verstehen, kann der Paartherapeut als Übersetzer dienen, was die meisten Paare als sehr erleichternd und förderlich erleben.
  • Da sich Paare, wenn sie ins Streiten geraten, oftmals (aber meist ohne es zu wollen) gegenseitig verletzen, kann der Therapeut beide vor den Verletzungen des jeweils anderen schützen und mit beiden zusammen Wege erarbeiten, wie sie Verletzungen in Zukunft vermeiden können. Das lässt die Partner sich gegenseitig langsam wieder mehr vertrauen und an Lösungen glauben.
  • Aus Angst vor besonders großen Verletzungen oder Enttäuschungen machen Paare um ihre größten Probleme, aber auch um ihre größten Wünsche, oftmals einen weiten Bogen. Manchmal verbergen sie diese sogar vor sich selbst. Derartig verdrängte Themen verhindern aber in den meisten Fällen dann auch das nachhaltige Lösen der kleineren Probleme.
    Der vertrauensvolle Rahmen, der in einer guten Paartherapie allmählich entsteht, ermöglichlicht beiden Partnern sich solcher Themen bewusst zu werden, sie im beschützten Rahmen anzusprechen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
  • In einer Einzeltherapie stellt sich für den Klienten immer wieder die Frage, wie er das, was er in der Therapie erkannt, gelernt, geübt und vielleicht auch entschieden hat, hinterher seinem Partner vermitteln kann. Oft hat er keine gute Idee, wie das gelingen könnte oder er hat Angst davor.
    Umgekehrt macht der abwesende Partner sich so seine Gedanken, was da wohl in der Therapie über ihn geredet worden sein mag und wie der Partner wohl drauf sein wird, wenn er wieder nach Hause kommt. Beides zusammen kann die ohnehin schon nicht leichte Kommunikation zwischen beiden weiter erschweren. Statt der gewünschten Verbesserung tritt schnell eine Verschlechterung ein.
    Bei einer Paartherapie dagegen sitzen beide Partner von Anfang an in einem Boot, alles was passiert, ist für beide transparent, gemeinsam arbeiten beide an einer Verbesserung, an eigenen und an gemeinsamen Zielen.
  • Wenn in einer Beziehung Probleme auftreten, gibt häufig einer dem anderen die Schuld daran. Der dominantere, sich selbst weitgehend „unschuldig“ fühlende Partner (oftmals ist das der Mann), schickt dann gerne den anderen alleine in Therapie:
    „Der Therapeut möge den Partner schon wieder auf Spur bringen.“
    Diese Erwartung bleibt jedoch fast ausnahmslos unerfüllt. Manchmal kommt der Partner dann von der Therapie nach Hause und ist statt pflegeleichter sogar noch aufmüpfiger als vorher; er sagt dann z.B. Sätze wie
    „Meine Therapeutin meint auch, Du könntest ruhig mehr im Haushalt tun!“.
    Hoppla, so hatte sich das der Hinschicker aber nicht vorgestellt! Die Beziehung wird keinesfalls besser und mehr im Haushalt macht er schon gar nicht. Dabei spielt es letztendlich auch gar keine Rolle, ob der Therapeut tatsächlich solch einen bewertenden Satz gesagt hat oder nicht.
    In einer Paartherapie können aufgrund der vorhandenen Transparenz derartige Phänomene gar nicht erst auftreten. (Denn würde der Therapeut sich dort doch zu einem oder mehreren derartig bewertenden Sätze hinreißen lassen, wäre die Paartherapie zu Recht schnell zu Ende.) So ist auch für denjenigen, der die Ursache der Probleme beim anderen sieht, eine Paartherapie i.d.R. die bessere Wahl. (Wobei eine gute Einzeltherapie trotzdem besser ist als gar keine Therapie.)
  • Da beide Partner von Anfang an dabei sind, können alle gefundenen Lösungsideen direkt ausprobiert werden; das, was vielleicht noch nicht gut klappt, kann sofort verbessert oder ergänzt werden. Auch wird durch den Therapeuten sichergestellt, dass nur solche Lösungsideen erprobt werden, zu denen auch beide zuvor wirklich „ja“ gesagt haben. Die Chance auf nachhaltige positive Veränderungen ist dadurch sehr hoch. Diese Möglichkeiten fehlen in der Einzeltherapie völlig. Sämtliche dort entwickelten Lösungsideen müsste der Klient unter hohem Verschlechterungsrisiko alleine zu Hause ausprobieren (was im übrigen nicht heißen soll, dass das nicht auch gelingen kann).

Diese Punkte lassen auch meine Erfahrung plausibel erscheinen:
2 Stunden Paartherapie oder Paarcoaching sind vergleichbar effizient wie 10 Stunden Einzeltherapie oder Einzelcoaching.

Zurück zur Inhaltsverzeichnis dieser Seite

Worauf es mir als Paartherapeut ankommt

Damit sich in einer Paartherapie die oben beschriebenen Vorteile auch entfalten können, sollten einige wesentliche Punkte quasi als Grundvoraussetzungen erfüllt sein. Bei den aus meiner Sicht allgemeingültigen Punkten spreche ich in der dritten Person vom „Therapeuten“, bei den persönlicheren Punkten und Beispielen in Ich-Form:

  • Eine entspannte, neugierige, aufmerksame und anteilnehmende Grundhaltung dem Paar gegenüber hat sich für mich als Coach und Therapeut bewährt. Wenn ein neues Paar kommt, frage ich mich z.B. vorher selbst: Wer da wohl kommt? Was der eine wohl für einer ist? Und was der andere wohl für einer ist? Wie machen die sich wohl gegenseitig das Leben schwer? Und welche Art der Unterstützung und Wegbegleitung werden sie wohl von mir brauchen? (Die Frage „Wer hat Schuld?“, die Paare sich oftmals selber stellen, ist dagegen kontraproduktiv.)
  • Auch und gerade ein Therapeut sieht nur mit dem Herzen gut. Jenseits jeder professionellen Haltung und therapeutischen Technik, sollte er sich dem Paar zuallererst authentisch und als ganzer Mensch zuwenden. Er sollte sich in beide einfühlen und mitfühlen können und trotzdem immer wieder dabei auch in eine hilfreich professionelle Distanz gehen. Er darf und sollte sich vom Schicksal seiner Klienten berühren lassen, sollte sich allerdings nicht selbst in deren Gefühlswelt verheddern, vielmehr sollte er in der Lage sein, sie dort hinauszuführen.
  • Der Therapeut sollte nicht für einen der beiden und damit gegen den anderen Partner parteiisch sein. Dazu wird oft gefordert, ein Paartherapeut solle beiden gegenüber „neutral“ sein. Ich selbst verstehe diesen Begriff als zu distanziert, seelen- und emotionslos. Ein vergleichbarer aber weiterreichender Anspruch an mich selbst lautet:
    Ich begegne meinen Klienten allparteilich mit allem, was ich habe, kann und bin: mit Herz, Seele und Verstand, Lebenserfahrung und Fachkompetenz. Dabei verstehe ich „allparteilich“ wortwörtlich im Sinne von „für alle parteilich sein“.
    So kann es am besten gelingen, dass beide Partner mir als Therapeut und damit auch der Therapie vertrauen können.
  • Oftmals zeigt sich während einer Paartherapie, dass ein Partner oder auch beide Partner Schwierigkeiten damit haben, bestimmte Dinge, die sie eigentlich gerne ändern würden, auch tatsächlich zu ändern. Unabhängig davon, woran das liegt, ist es in solchen Fällen dann oft sinnvoll, zusätzlich zu den Paargesprächen auch ein oder zwei Einzelsitzungen zu machen. (Und bei größeren individuellen Problemen, z.B. Ängsten, Zwängen oder Süchten, erscheint zusätzlich und manchmal auch vorrangig eine vollständige Einzeltherapie oder sogar ein stationärer Klinikaufenthalt sinnvoll bzw. notwendig.)

All diese Punkte gelten völlig unabhängig von der Frage, ob das betreffende Paar zusammenbleiben, sich bestmöglich trennen oder zunächst herausfinden möchte, in welche Richtung es gehen soll.

Zurück zur Inhaltsverzeichnis dieser Seite

Berücksichtigung der neueren Gehirnforschung

Der Therapeut sollte die Erkenntnisse der neueren Gehirnforschung berücksichtigen und das Paar dementsprechend unterstützen. Dazu gehört vor allem:

  • Negative Erfahrungen sollten in den meisten Fällen wenn überhaupt nur kurz emotional reaktiviert (erinnert) werden, da die Beschäftigung mit ihnen im Gehirn lediglich das nicht Gewünschte weiter verfestigen und dessen Wiederholung wahrscheinlicher machen würde.
  • Wenn erst einmal genug Vertrauen und tragfähige Sicherheit da ist, sollten tabuisierte und verdrängte Themen aber trotzdem an- und ausgesprochen werden. Allerdings eben nicht mit Focus von Wiederholung und Vorwurf, sondern mit auf die Zukunft gerichteten Fragen, wie z.B.:
    „Wie wünschen Sie sich Ihre Zukunft in Bezug auf dieses Thema?“, „Was genau soll anders werden?“, aber auch „Was brauchen Sie noch, damit die Verletzungen, die mit diesem Thema zusammenhängen, heilen können?“
  • Sich wiederholende verletzende Vorwürfe und Streits zum gleichen Thema lösen niemals ein Problem! Deshalb sollte der Therapeut – mit Erlaubnis seiner Klienten – derartige Streits solange unterbrechen, bis das Paar selbst effektive Unterbrechungsmöglichkeiten gefunden hat.
  • Die Klienten bestimmen ihre Ziele selbst. Der Therapeut ist nur Wegbegleiter.
  • Nur Ziele mit einer starken emotionalen Motivation können erreicht werden. Der Therapeut kann helfen, diese Motivation stark genug werden zu lassen.
  • Die meisten komplexeren, positiven neuen Verhaltensweisen (z.B. hilfreiche Kommunikationsmuster) müssen über einen längeren Zeitraum wiederholt und geübt werden, bis sie nachhaltig gelernt sind. Sie ein oder zweimal in der Therapie zu erklären, reicht in keiner Weise aus.
  • Je mehr emotional positive Erfahrungen ein Paar gemeinsam (auch in der Therapie) macht, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Qualität ihrer Beziehung nachhaltig positiv verändert.

Zurück zur Inhaltsverzeichnis dieser Seite

Voraussetzungen seitens des Paares

Damit ein Paarcoaching oder eine Paartherapie möglich wird, reicht es nach meiner Erfahrung in vielen Fällen aus, wenn einer der beiden Partner sie für sinnvoll und wichtig hält:

Denn entgegen der landläufigen Meinung, dass eine Paartherapie oder ein Paarcoaching nur dann erfolgreich sein kann, wenn beide Partner dazu schon vor Beginn wirklich „ja“ gesagt haben, glaube ich, dass dieses sicherlich wünschenswerte aber eben oft nicht vorhandene Merkmal weder für das Zustandekommen noch für den Erfolg wirklich relevant ist.

Ich finde es ganz normal und auch nachvollziehbar, wenn zumindest einer der Partner

  • weil er sich nicht für Therapie bzw. Coaching bedürftig hält
  • weil er nur über ein klischeehaftes und vorurteilshaftes Wissen über Therapie und Coaching verfügt und/oder
  • weil er Bedenken hat, der Therapeut könne gegen ihn parteiisch sein,

eine gemeinsame Unterstützung zunächst ablehnt.

Aus meiner Sicht ist es dann Job des Therapeuten bzw. Coaches, den zweifelnden Partner mit für ihn nachvollziehbaren Argumenten mit ins Boot zu bitten. Denn der bereits wollende Partner ist damit aus guten Gründen meist überfordert. Er müsste allerdings im Vorfeld von seinem Partner doch ein kleines „Ja“ zu der Frage bekommen:

„Bist Du bereit mit dem Therapeuten bzw. Coach ein kurzes z.B. telefonisches Informationsgespräch zu führen?“

Kommt es dann zu solch einem Telefonat, entscheidet der zweifelnde Partner, ob er sich auf ein erstes gemeinsames Paargespräch einlassen mag oder nicht.
Während dieses und vielleicht eines weiteren Gespräches entscheidet sich dann, ob beide Partner ihr volles „Ja“ zu einer Therapie bzw. einem Coaching geben können und wollen. Das hierfür notwendige Vertrauen muss sich der Coach bzw. Therapeut nämlich erst verdienen.

Zurück zur Inhaltsverzeichnis dieser Seite

Therapie, Coaching, Training, Beratung

Die Übergänge zwischen Therapie, Coaching, Beratung und Training für Paare sind fließend. Da es keine allgemeingültigen Definitionen für diese Begriffe gibt, zeige ich im Folgenden mein eigenes Verständnis, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede auf:

  • Paartherapie ist die Unterstützung und Begleitung von Paaren, wenn die Beziehung einen oder beide Partner bereits krank gemacht hat. Was aber bereits krank oder noch gesund ist, ist oft nicht eindeutig zu unterscheiden. Je mehr sich zumindest ein Partner durch den anderen lange anhaltend verletzt fühlt und je stärker das Leben durch die Beziehung insgesamt beeinträchtig erscheint, desto eher erscheint eine Paartherapie mit Heilung der seelisch-emotionalen Verletzungen sinnvoll. Die Eingangsfrage und auch immer wieder zwischendurch gestellte Frage ist: Was möchten Sie erreichen? Der Therapeut unterstützt dann jeden einzeln und beide zusammen bestmöglich in die gewünschte Richtung. Dabei gibt er die Lösungswege nicht vor, vielmehr ist er Experte darin, dem Paar dabei zu helfen, individuell passende Lösungswege zu finden.
  • Paarcoaching (bzw. Paarbegleitung) ist die Begleitung von Paaren, wenn die Beziehung keinen der beiden Partner krank gemacht hat. Die Eingangsfrage ist dieselbe wie bei der Paartherapie: Was möchten Sie erreichen? Auch die Art der Begleitung ist sehr ähnlich wie bei der Paartherapie. Lediglich die rein psychotherapeutischen Methoden (z.B. zum Auflösen von Ängsten oder zur Heilung von Traumata) kommen nicht oder nur in abgewandelter Form zum Einsatz.
  • Paarberatung (für Verheiratete klassischerweise auch Eheberatung genannt) meint die gezielte Beratung von Paaren zu Fachfragen, in denen sie sich bisher zu wenig auskannten, z.B. in speziellen Fragen zu Erziehung oder Sexualität. Die Eingangsfrage ist: Was möchten Sie wissen? Der Berater bereitet die gewünschten Informationen auf und gibt sie in geeigneter Form an das Paar weiter.
  • Paartraining meint das angeleitete Einüben von neuen Fertigkeiten, z.B. im Kommunikationsbereich. Die Eingangsfrage ist: Was möchten Sie können? Der Trainer bereitet ein Trainingsprogramm vor, das dem Paar ermöglicht die gewünschten Fertigkeiten zu erlernen.

In meiner Praxis biete ich Paartherapie und Paarcoaching an. Wobei sich oftmals erst nach Beginn allmählich herauskristallisiert, ob es eher eine Therapie oder eher ein Coaching wird. Beratung und Training lasse ich bei Bedarf mit einfließen.

Zurück zur Inhaltsverzeichnis dieser Seite

Typische Themen und Problemfelder

Hier nenne ich Ihnen einige Stichworte zu Themen und Problemfeldern, bei deren Lösung ich Paare in den letzten 25 Jahren unterstützen durfte:
Burnout, Eifersucht, Neid, Lustlosigkeit, Verletzungen, Sexualität, Kinder, (unerfüllter) Kinderwunsch, Verantwortung, Erziehung, Streit, Eltern und Schwiegereltern, Fremdgehen, Kommunikation, Sprachlosigkeit, Hilflosigkeit, Sucht, Gewalt, Gefühlskälte, Schnarchen, Ängste verlassen zu werden, Vorwürfe, Geld, Macht, Einengung, Freiräume, Freizeitgestaltung, Freunde, frühere Beziehungen und Liebhaber, Hobbys, Arbeitsverteilung im Haushalt, Anerkennung, Wertschätzung …

Zurück zur Inhaltsverzeichnis dieser Seite

Das ganz normale Traumpaar

Interview mit Paartherapeut Wolfgang Schmidbauer

Paarweise: „Hauptsache, wir verbringen Zeit miteinander!“

Das Ziel muss nicht immer der Orgasmus sein

Männer brauchen das Gefühl, dass sie für irgendetwas gut sind

Nicht jeder kann ein Casanova sein

. . . . . . . . . . . . . . . . . . .

ZurückWeiter